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Kühlen Kopf bewahren
Coole Gärten gegen Schwitzen
Eitel Sonnenschein, Morgenregen, Gewitter, Hagel – im Sommer war wettermäßig
alles drin. Noch gut sind die schwülheißen Tage in Erinnerung, in denen es
eigentlich zu warm war zum Arbeiten, der Schweiß literweise floss und sich bei 30
Grad und Feierabend in der U-Bahn die Schnappatmung einstellte. Wie schön
waren im Gegenteil dazu die paar Stunden am See oder auch im Eiscafé oder
Biergarten mit altem Baumbestand! Wo das grüne Blätterdach kühlen Schatten
spendete, ließ es sich auch bei heiß brennender Sonne gut aushalten.
Ebenso erholsam: Schattenplätze im eigenen Garten. Gut, wenn es die gibt! So mancher,
den es ins eigene Grün lockte, schmorte im eigenen Saft und schwor sich:
Nächstes Jahr soll alles anders werden! Rechtzeitig angegangen – ab September
ist wieder Pflanzzeit – ist dieses Vorhaben leicht umzusetzen. Es gibt nämlich viele
Möglichkeiten, Schatten in den Garten zu bringen, und zwar ohne dabei auf
leuchtende Blüten zu verzichten.
Schattenspender Nummer eins ist ein ausreichend großer Baum.
Er hält wunderbar kühl. Darunter wächst zwar nur
mühsam Gras, dafür aber schönste Schattenpflanzen. Sie dürfen allerdings nicht
zu durstig sein, da manche Bäume selbst einen hohen Wasserbedarf haben.
Solche Voraussetzungen, trockener Boden und Schatten, sind genau die richtigen
für den Bleiwurz (Ceratostigma plumbaginoides), um seine hauchzarten,
hellblauen Blüten zu öffnen. Auch Balkan-Anemone (Anemone blanda) und
Kleines Immergrün (Vinca) sind Pflanzen, die im trockenen Schatten von
Baumkronen gut gedeihen, wenn die Erde ausreichend locker ist und ab und an
gedüngt wird. Die im zeitigen Frühjahr blühende Balkan-Anemone setzt dann –
gesund und munter – weiße, rosafarbene oder blaue Farbtupfer ins Dunkel, das
Immergrün ziert den Schatten später mit weißen, rosafarbenen, blauen oder
violetten Blüten. Einfach schön!
Farbe im frischen Schatten
Die meisten Schattenpflanzen lieben aber Feuchtigkeit. Die Herzlilie oder Funkie
(Hosta) zum Beispiel ist eine feuchtigkeitsliebende Blattschmuckstaude, die es mit
unterschiedlichen Blattfarben gibt und die aufgrund ihrer Vielfalt sogar zur „Staude
des Jahres 2009“ gewählt wurde. Die Sorten mit weißgrünen Blättern sind für den
Halbschatten geeignet, solche mit bläulichen Blättern bevorzugen vollen Schatten.
Einen nährstoffreichen und frischen Boden braucht auch die Prachtspiere (Astilbe),
die sich am liebsten in den Halbschatten lichter Gehölze zurückzieht.
Weitere Halbschattenbewohner sind Farne,
manche von ihnen vertragen auch vollen
Schatten. Kontrastreich werden lichtarme Stellen im Garten in Szene gesetzt, an
denen Farne zum Beispiel mit üppig blühenden Rhododendren kombiniert werden.
Im Frühjahr öffnen sich dann riesige weiße, gelbe, rote, violette oder rosafarbene
Blütenbälle. Rhododendren wachsen am schönsten in humosen, leicht sauren
Böden, mittlerweile gibt es aber auch kalktolerante Sorten. Darüber hinaus mögen
es Tränendes Herz (Dicentra spectabilis), Schlüsselblume (Primula), Bergenie und
kriechender Efeu (Hedera helix) eher frisch und schattig.
Kühle Residenz im Grünen
Da sich Schatten so schön schmücken lässt: Her mit schattigen Gartenplätzen für
den nächsten Sommer! Wo ein größerer Baum oder andere hoch aufragende
Gehölze als freundliche Schattenspender keinen Platz finden, schützen
platzsparende Kletterpflanzen vor zuviel Sonne – schließlich breiten sie ihr
Blätterkleid am liebsten nach oben aus statt zur Seite.
Sie benötigen dafür
Klettergerüst, Zaun, Pergola oder Laube. Daran überwachsen cremeweiße
Kletterhortensien (Hydrangea petiolaris), Wilder Wein (Parthenocissus tricuspidata)
oder die langen Blütentrauben des Blauregens (Wisteria) den Sitzplatz und zaubern
einen luftdurchlässigen Baldachin – lebendiger Sonnenschutz mit Pfiff!
Immergrüne Pflanzen wie Efeu (Hedera helix) machen den Sonnenplatz auch im
Winter gemütlich, wo sie mit dichtem Grün einen Teil des Windes und der Kälte
fernhalten. Zwischen Pergola und Laube gibt es übrigens einen bedeutenden
Unterschied: Während eine Laube frei im Garten steht, lehnt sich die Pergola immer
an ein anderes Gebäude an. Beide müssen sorgfältig gebaut werden, damit sie
stabil und wetterfest viele Sommer lang Plätze lauschig machen.
Dem Laien helfen
Landschaftsgärtner, die nicht nur den festen Stand des Traggerüstes sicher stellen,
sondern die geeigneten Pflanzen zur Begrünung gleich mitbringen. Der beste
Zeitpunkt für das Errichten von Laube & Co. ist im Herbst. Kletterpflanzen, die jetzt
in die Erde kommen, wachsen besonders gut an und haben bereits im nächsten
Sommer dichtes Blattwerk gebildet. BGL/PdM
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